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Umsetzung

Für die Organisation von Mobilitätsmanagement gibt es keine Standardlösung. Sie kann je nach den Rahmenbedingungen vor Ort ganz unterschiedlich erfolgen. Jedoch haben sich in der bisherigen Praxis einige Funktionen und Instrumente entwickelt, um die multimodalen Konzepte erfolgreich umzusetzen.

Spezialisierte Berufsbilder im Bereich des Mobilitätsmanagements haben sich noch nicht vollständig durchgesetzt. Es lassen sich aber wichtige Funktionen beschreiben, für die es mittlerweile gute Beispiele in der Praxis gibt.

Mobilitätsmanager/-innen fällen die notwendigen strategischen Entscheidungen, um die Entwicklung des Mobilitätsmanagements voranzutreiben und neue Konzepte zu entwickeln. Sie tragen Verantwortung für die Einführung von Mobilitätsmanagement, deren Promotion und die Sicherung der (politischen) Unterstützung. Eine wichtige Koordinationsfunktion besteht in der Vermittlung zwischen den verschiedenen Akteuren.

Es hängt von den Initiatoren ab, wo die Rolle des Mobilitätsmanagers institutionell verankert ist. Oft ist sie in der öffentlichen Verwaltung angesiedelt, wie z. B. in München oder Tübingen. Möglich ist aber auch die Einbettung bei einem Verkehrsunternehmen oder -verbund.

Wenn es weniger um die strategisch-politische Arbeit geht, sondern eher um die Umsetzung von Mobilitätsmanagement-Projekten spricht man auch von einer/einem Mobilitätsbeauftragten. Diese Funktion findet sich z. B. bei der Stadt Brühl oder im Kreis Borken im Münsterland.

Mobilitätsberater/-innen besitzen ein breites Aufgabenspektrum. Diese Funktion umfasst sowohl Managementaufgaben als auch das Anbieten konkreter Mobilitätsdienstleistungen. Er oder sie spricht aktiv potenzielle Zielgruppen an und kontaktiert Standorte, an denen noch kein Mobilitätsmanagement betrieben wird.

Mobilitätsberater/-innen unterstützen auch bei der Entwicklung und Umsetzung von Mobilitätsplänen. Mobilitätsberater/-innen arbeiten oft in Mobilitätszentralen. Auf der standortbezogenen Ebene liegt die Verantwortlichkeit bei einem/einer Mobilitätskoordinator/-in. Diese/-r ist verantwortlich für die Erstellung und Umsetzung eines Mobilitätsplanes. Der/die Mobilitätskoordinator/-in sollte eine zentrale Position in einem Unternehmen haben und mit Unterstützung der Geschäftsleitung arbeiten.

Neben der personellen Verankerung bedarf Mobilitätsmanagement auch der Fixierung in den wesentlichen verkehrspolitischen Strategien und Dokumenten. Dieser Prozess läuft mittlerweile in vielen Kommunen. Münster war mit seinem Rahmenkonzept Münster.mobil 1995 ein Vorreiter. Gute Beispiele für verschiedene Stadtgrößen sind auch:

Der Mobilitätsplan ("Travel Plan") ist das Planungsinstrument für die Einführung von Mobilitätsmanagement in Betrieben, Verwaltungen, Schulen und anderen verkehrserzeugenden Standorten. Manchmal wird er auch Betriebsverkehrsplan genannt. Er umfasst die Bestandsaufnahme, Ziele und Maßnahmen.

Wichtige Elemente sind Motivation, Beteiligung und Kommunikation sowie die Erfolgskontrolle. Im Mobilitätsplan werden außerdem im Sinne eines Businessplanes Zeithorizonte, Verantwortlichkeiten (betriebsintern und extern) und Ablauf der Umsetzung festgesetzt.

Ziel ist die Umsetzung eines maßgeschneiderten Mobilitätskonzeptes für den Standort. Dazu bedarf es nicht umfangreicher Pläne, sondern eines strukturierten Herangehens. Der Mobilitätsplan schafft Transparenz für alle Beteiligten und hat eine koordinierende Funktion. In abgeänderter Form kann ein Mobilitätsplan auch für ein ganzes Quartier und/oder bestimmte Zielgruppen aufgestellt werden.

Die Mobilitätszentrale ist die operative Einheit auf der städtischen oder regionalen Ebene, in der Mobilitätsdienstleistungen initiiert, organisiert und angeboten werden. Im Idealfall beantwortet sie alle Fragen zur Mobilität und dient so als Kristallisationspunkt für das Mobilitätsmanagement. Es gibt zwei Grundanforderungen an eine Mobilitätszentrale:

  • verkehrsmittelübergreifendes und systemneutrales Serviceangebot
  • öffentlicher Zugang 

Detailliertere Informationen zu den Qualitätsstandards, Erfolgsfaktoren oder aber auch zur Finanzierung von Mobilitätszentralen haben wir für sie in unseren Handlungsfeldern bereitgestellt.